Zertifizierungen


Was ist das überhaupt? Und wer zertifiziert nun was?

Angefangen hat alles damit, dass man ein Instrument gesucht hat, mit dem Pfusch in Betrieben aufgehalten werden kann. Dabei herausgekommen ist die DIN-ISO Norm. DIN ist „Deutsches Institut für Normung“ und sagt zum Beispiel, wie groß ein Blatt Papier sein soll, das „DIN A4“ hat. Die DIN bestimmt extrem viele Dinge – Normierung halt, wo sie sinnvoll und nützlich ist, und manchmal auch darüber hinaus! Im Grunde ist es aber etwas, das unser aller Leben sehr erleichtert. Man denke nur an das Chaos, wenn ein Paar Schuhe Größe 39 von jeder Firma ein anderes Maß hätte. Da wäre Einkaufen wirklich schwierig!

Wenn ein Industriebetrieb etwas herstellt – zum Beispiel Autoreifen – dann müssen diese am Ende bestimmte Kriterien erfüllen. Und Qualitätsmanagement und Zertifizierung sollen dafür sorgen, dass alles, was zu diesem Endprodukt „guter Reifen wird verkauft“ führt, auch sinnvoll und gesteuert abläuft – damit nicht heute die Produktion das eine tut und morgen der Einkauf etwas anderes. Qualitätsmanagement ist ein Instrument zur Steuerung von Betrieben, bei dem besonderer Wert darauf gelegt wird, dass

  • die Dinge geregelt ablaufen, nach einem sinnvollen Plan

  • das alle Bedürfnisse und gesetzlichen Vorgaben berücksichtigt werden (auch z.B. Umweltvorschriften und Bedürfnisse von Mitarbeitern)

  • Kommunikation und Verantwortung sinnvoll und eindeutig strukturiert sind

  • Fehler vermieden werden

  • im Betrieb ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess abläuft


Es ist also ein System, mit dem ein Betrieb sich selbst regelt – was er dabei regelt, steht in der DIN, und auch, welche Kriterien die Regeln haben müssen. Mit der Zeit wurde das System von der Industrie auf andere Bereiche ausgedehnt, und inzwischen gibt es die DIN-ISO-Zertifizierung fast überall. Zertifizierung heißt, dass ein geschulter Prüfer in die Betriebe kommt, sich das Qualitätsmanagement ansieht, das Handbuch dazu liest, die Diagramme anschaut, in alle Ecken guckt, mit den Mitarbeitern und der Leitung redet und sich ein Bild davon macht, ob der Betrieb a) gute eigene Regeln gemacht hat und b) sich daran hält. Nur ein Beispiel: in der Praxis wurde u.a. geprüft, ob die Feuerlöscher einsatzbereit sind, die Feuerschutztüren richtig benutzt werden, der Datenschutz eingehalten wird und so weiter. Diese Prüfung ist die Zertifizierung, sie dauert einen Tag und man erhält ein Zertifikat auf 3 Jahre. Jedes Jahr findet eine kleine Kontrolle statt, nach 3 Jahren wieder eine große. Ein Qualitätsmanagement ist allen Arztpraxen vorgeschrieben; eine solch aufwendige Zertifizierung nach DIN-ISO ist jedoch freiwillig und kommt noch eher selten vor.

Nun gibt es in der Strahlentherapie Bereiche, die einem „Industrieprüfer“ notwendigerweise verschlossen bleiben. Er kann sich weder mit dem medizinischen noch mit dem physikalischen Teil der Strahlentherapie auskennen. Diese Bereiche sollten außerdem nicht einer freiwilligen Qualitätskontrolle unterliegen, sondern werden (geregelt durch das Strahlenschutzgesetzt und die Röntgenverordnung) regelmäßig verpflichtend geprüft. Diese Prüfung erfolgt durch ärztliche und physikalische Fachkollegen im Auftrag der Landesregierung durch die sog. „Ärztliche Stelle“ alle zwei Jahre.

Außerdem hat sich die Deutsche Krebsgesellschaft als Ziel gesetzt, die Behandlung von bösartigen Erkrankungen in Deutschland möglichst überall vergleichbar zu machen. Überall soll die Therapie nicht von der Laune oder Ausbildung des Arztes/der Ärztin abhängig sein, sondern entsprechend den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen erfolgen, mit optimaler Unterstützung für Patientinnen und Patienten. Deshalb hat sie sich mit der Politik auf die Einrichtung sog. Organzentren geeinigt, die nun entweder von der Deutschen Krebsgesellschaft oder von ihr beauftragten Instituten zertifiziert werden – wieder durch eine Prüfung vor Ort mit regelmäßiger Wiederholung, nur ist dabei der Fragenkatalog ein anderer, die Prüfer sind in der Regel Ärzte, die mit der Materie vertraut sind.


Welche Zertifizierung hat die Praxis?

Die Grundlage ist das Qualitätsmanagementsystem, das fester Bestandteil unserer Arbeit ist und auf höchstem Niveau gelebt wird, wie uns die Prüfungen (Audits) jedes Mal bestätigen. Dieses wird bescheinigt durch das DIN-ISO Zertifikat.

Die Prüfung der ärztlichen Stelle ist stiller, es wird ein Zertifikat ausgestellt, dass aber wenig bekannt ist und deshalb auch nicht so herausgestellt wird.

Durch die Deutsche Krebsgesellschaft zertifiziert sind das Brustzentrum Kreis Recklinghausen und das Darmzentrum Recklinghausen. Bei beiden Zentren ist das Prosper-Hospital maßgeblich beteiligt und wir wurden im Rahmen der Audits mit kontrolliert und haben uns verpflichtet, die entsprechenden Regeln einzuhalten – was sich für uns aus dem ISO-Qualitätsmanagement aber fast automatisch ergibt.

Jede Zertifizierung, jedes Audit und die darunterliegenden Systeme erfordern Geld, Aufmerksamkeit und Zeit – deshalb zeigen wir sie gerne vor, weil sie ein Zeichen sind, dass wir immer unterwegs sind, um für uns gesehen und zusammen mit anderen besser zu werden und damit unseren Patienten immer die beste Therapie anzubieten.

Strahlentherapeutische Gemeinschaftspraxis, Wildermannstraße 21, 45659 Recklinghausen Tel. 02361.93892-0 |  von: www.ranarex.de